Andreas Jaeger wird Stabilus-CFO: Marge und Aktie rücken in den Fokus

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Die mehrmonatige Vakanz bei Stabilus ist beendet. Der Automobil- und Industriezulieferer hat einen neuen CFO gefunden. Ab November wird Andreas Jaeger das Amt bekleiden und beerbt damit den ehemaligen Finanzchef Stefan Bauerreis, der den SDax-Konzern vorzeitig verlassen hat. Seit März war die Position vakant.

Jaeger kommt von dem Schweizer Unternehmen Forbo Holding, einem Hersteller für Bodenbelägen, Bauklebstoffen sowie Bändern für Antriebs- und Leichtfördertechnik. Dort war er zuletzt vier Jahre als CFO und seit Januar interimistisch als Konzernchef tätig.

Seine Karriere startete der Schweizer bei dem Consulting-Haus PwC als Manager Audit. Nach einer weiteren Station als Berater bei IBM verschlug es ihn 2006 zu dem Schweizer Baustoffproduzenten Holcim. Dort begann er seine Laufbahn als Corporate Controller und arbeitete sich bis zum CFO-Posten der ecuadorianischen Gesellschaft vor, den er zwischen 2012 und 2016 bekleidete. Weitere vier Jahre verbrachte er schließlich als Head Corporate Controlling bei Geberit, einem Hersteller für Sanitärtechnik, bevor es ihn 2021 als CFO zur Forbo Group verschlug. Dort wurde bislang noch keine Nachfolge für den scheidenden CEO und CFO in Personalunion gefunden.

Bauerreis verließ Stabilus plötzlich

Die CFO-Position war im Februar überraschend vakant geworden. Der vormalige Finanzchef Stefan Bauerreis soll den Aufsichtsrat „aus persönlichen Gründen um die vorzeitige Auflösung seines Vertrages gebeten” haben, teilte Stabilus im Februar mit. In der Übergangsphase hatte CEO Michael Büchsner das Finanzressort mitverantwortet.

Bauerreis war weniger als drei Jahre bei dem Teilzulieferer tätig. Vor seinem Einstieg bei dem SDax-Konzern im Juni 2022 war er fast 22 Jahre bei Schaeffler. Über die Hintergründe seines vorzeitigen Ausscheidens ist nichts bekannt.

Jaeger muss Aktie aufpäppeln und Langfristziele erreichen

Zuletzt hatte Bauerreis das SDax-Unternehmen bei seiner Transformation begleitet. Das Traditionsunternehmen aus Koblenz hat in den vergangenen Jahren immer wieder zugekauft und will zum Weltmarktführer im Bereich intelligenter Motion-Control-Technologien für industrielle Anwendungen sowie für die Automobilindustrie werden.

Im Großen und Ganzen manövriert sich Stabilus souverän durch die Turbulenzen in der Autozuliefererbranche. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro und konnte diesem im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent steigern (2023: 1,2 Milliarden Euro). Die bereinigte Marge gemessen am operativen Gewinn (Ebit) lag im vergangenen Geschäftsjahr mit 12 Prozent immerhin im zweistelligen Bereich.

Dennoch, zurücklehnen kann sich der künftige CFO nicht. Denn Stabilus muss an den Langfristzielen und der Aktienkurs-Performance arbeiten. Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich Stabilus aufgrund der volatilen Lage seiner Zielbranchen nüchtern und erwartet einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro bis 1,45 Milliarden Euro, sowie eine bereinigte Ebit-Marge von 11 bis 13 Prozent.

Bis 2030 peilt der Konzern allerdings an, die Umsatzmarke von 2 Milliarden Euro zu knacken, das bei einer verbesserten Marge von 15 Prozent. Seit Mai 2014 performt Stabilus an der Börse. Nachdem der Konzern 2018 seinen Höchstwert von 86,1 Euro je Aktie erreicht hatte, stellte sich ein reges Auf und Ab des Aktienkurses ein. Seit 2024 ist die Aktie im Fall. Am heutigen Freitagmorgen steht sie bei 27,4 Euro und hat damit auf Jahressicht über 39 Prozent an Wert verloren.

Info

Esra Laubach ist Redakteurin bei FINANCE und widmet sich schwerpunktmäßig den Themen Transformation, Restrukturierung und Recht. Sie ist Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin. Vor FINANCE war sie rund fünf Jahre als Legal-Journalistin für den Juve Verlag in Köln tätig, wo sie auch ihr journalistisches Volontariat absolvierte. Esra Laubach arbeitete während ihres Studiums multimedial u.a. für das ARD-Morgenmagazin, mehrere Zeitungen und moderierte beim Hochschulradio Kölncampus.